Weinprobe selber machen? – 10 Tipps, wie sie garantiert gelingt!

Weinprobe selber machen? – 10 Tipps, wie sie garantiert gelingt!

Du liebst Wein und willst gemeinsam mit deinen Freund:innen neue Entdeckungen machen, mal etwas anderes als sonst unternehmen und dabei noch tolle Weine kennenlernen? Du möchtest selbst einmal für einen Abend Sommelier oder Sommelière sein und deine Freund:innen mit deinen Lieblingsweinen begeistern? Dann veranstalte doch einfach eine Weinprobe bei dir zu Hause!

Was erst einmal etwas spießig und eingestaubt klingt, ist in Wahrheit ein riesiger Spaß für alle – gerade auch für Wein-Newbies! Hab keine Angst vor vermeintlichen No-Gos oder Fettnäpfchen. Wein ist dazu da, um gemeinsam genossen zu werden und Spaß zu machen, nicht nur um ihn lang und breit zu analysieren. Und wer weiß, vielleicht entdeckt ihr an diesem Abend ja sogar Aromen und Geschmacksnuancen, die ihr so vorher noch nie wahrgenommen habt?

Wer keine Zeit hat, kann am Ende des Artikels ganz bequem unsere kompakte Checklist downloaden!

Wenn du unsere 10 Tipps zum garantierten Erfolg deiner Do-it-yourself-Verkostung beachtest, steht eurem feucht-fröhlichen Abend nichts mehr im Wege! 

 

1.   WEN DU ZUR WEINPROBE ZU HAUSE EINLADEN SOLLTEST

Vielleicht fragst du dich, wer aus deinem Freundeskreis einen interessierten Verkostungsgast abgeben könnte. Mach dir keine Sorgen, wahrscheinlich haben alle deine Freund:innen, selbst die überzeugten Bietrinker:innen, große Lust, dabei zu sein.

Wichtig ist es eher, dass die Gruppe nicht zu groß wird. Zum einen muss sie in deine Wohnung passen, zum anderen sollten auch alle Gäste genug Wein abbekommen, damit der Abend für alle ein Erfolg wird.

Faustregel: Nie mehr Gäste einladen, als Weine verkostet werden sollen. So bleibt im schlimmsten Fall etwas Wein übrig – der nach der Verkostung bis zu zwei Wochen im Kühlschrank haltbar bleibt –, dafür sitzt aber auch nach ein paar Stunden noch niemand auf dem Trockenen.

 

2.   DIE RICHTIGEN WEINE FÜR DIE DIY-VERKOSTUNG

Was ist wichtiger für ein Tasting als die Auswahl der Weine? Du solltest dir im Vorfeld überlegen, was du deinen Gästen kredenzen willst. Wenn du magst, kannst du die Weinprobe unter ein Motto stellen (z. B. Riesling aus der Pfalz, Französische Rotweine, Eine Weltreise mit dem Spätburgunder etc.) oder auch einfach die Weine kaufen, die dich persönlich interessieren.

Das Gute an Weinproben: Du musst die Flaschen nicht allein finanzieren, sondern solltest den Einkaufspreis fair durch alle teilen. So kannst du auch den edleren Tropfen kaufen, den du schon längst einmal probieren wolltest, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.

Allgemein gilt: Sprich mit deinen Freund:innen vorher ein Budget ab, das dir pro Kopf zur Verfügung steht – 15-20 Euro reichen massig! – und geh dann in den Weinhandel oder Online-Shop deines Vertrauens. Gerade wenn du nicht genau weißt, was du suchst, solltest du hier die Hilfe bekommen, die du benötigst.

Um dich und deine Gäste nicht zu überfordern, solltest du es bei fünf bis sechs Weinen für den Abend belassen. Es soll ja nicht in Arbeit ausarten!

Du möchtest nicht die alleinige Verantwortung für die Weinauswahl tragen? Kein Problem: Jede Person bringt eine Flasche mit!

Wahlweise könnt ihr auch gleich ein extra für diese Zwecke zusammengestelltes Wein-Paket bestellen.

 

3.   BROT, KÄSE & CO. – DIE SNACKS FÜR DEINE PRIVATE WEINPROBE

Du hast sicherlich schon einmal gehört, dass zu Tastings oft Brot gereicht wird, um damit zwischen den Weinen den Geschmackssinn zu neutralisieren. Auch ein Apfelschnitz wirkt dabei wahre Wunder.

Abseits der Neutralisation, die bei fünf bis sechs Weinen ohnehin nicht überbewertet werden sollte, ist es trotzdem wichtig, dass ihr während der Verkostung etwas zu Essen zur Hand habt, um den kleinen Hunger zwischendurch zu stillen und eine stabile Grundlage für die Weine zu schaffen.

Neben Brot eignen sich ein Käseteller und etwas gute Salami als perfekte Unterstützung zum Wein. Auch eingelegte Oliven oder sogar Ölsardinen können den Weingenuss bereichern.

Generell gilt: Fett und Kohlenhydrate sind die Freunde (fast) jeden Weins, und Wasser – am besten still oder feinperlig – muss sowieso immer am Start sein.

Weinverkostung Essen Brot Wasser Snacks Salami

 

4.   DROP-STOP, DEKANTER, GLASRANDMARKER – WELCHES EQUIPMENT DU WIRKLICH BRAUCHST

Für eine erfolgreiche Weinprobe brauchst du gar nicht viel. Die Menge an unterschiedlichem Wein-Zubehör kann einschüchternd wirken, aber wirklich wichtig sind eigentlich nur zwei Dinge: Weingläser und ein Korkenzieher.

Es wäre natürlich hervorragend, wenn du deinen Gästen jeweils ein eigenes Glas für jeden Wein geben könntest, das im besten Fall sogar noch die passende Form zur Weinart hat. Hauptsächlich geht es bei einer privaten Verkostung aber darum, dass ihr einen schönen Abend verlebt und nicht am Ende mehr Zeit mit Abwaschen als mit Trinken verbringt.

Solltest du jedem Gast zwei Gläser, bestenfalls ein Weißwein- und ein Bordeauxglas, zur Verfügung stellen können, ist das schon super.

Diese können zwischendurch einmal mit Wasser oder Wein durchgespült (aveniert) werden und schon sind sie bereit für die nächste Füllung. Sollte sich selbst das als schwierig gestalten, reicht zur Not auch ein Weinglas für jeden.

Wie du den Korken aus der Flasche holst, bleibt dir überlassen. Du kannst den guten alten Flügelkorkenzieher benutzen, einen hochmodernen Coravin-Überdruck-Öffner oder auch dein Schweizer Taschenmesser ansetzen.

Am schnellsten, sichersten und einfachsten zu händeln ist ein s. g. Kellnermesser, das du schon für sehr wenig Geld online oder in der Weinhandlung bekommst und dir garantiert jede Flasche öffnet. Im Zweifel kannst du auch einfach auf Weine mit Schraubverschluss zurückgreifen.

 

5.   DIE OPTIMALE REIHENFOLGE DER WEINE

Nun ist es fast geschafft: Du warst beim (Online-)Händler deines Vertrauens und hast damit schon so gut wie alle wichtigen Schritte hinter dich gebracht. Nun musst du sie nur noch in eine sinnvolle Reihenfolge bringen.

Natürlich könnt ihr querbeet probieren, erst Rot-, dann Süß- und zum Abschluss Weißwein, aber so werdet ihr nicht allzu viel aus eurer Verkostung mitnehmen können. Die Reihenfolge bestimmt, wie gut ihr Aromen und zarte Duftnoten in den Gläsern wahrnehmen könnt.

Dabei gilt: Immer von leicht nach schwer probieren, von Weiß nach Rot, von säurebetont zu cremig und von jung nach gereift.

Hier einmal ein Vorschlag für eine generelle Trinkreihenfolge, die du auf so gut wie jede Verkostung anwenden kannst:

  • leichte Weißweine
  • schwere Weißweine (im Holzfass ausgebaut und/oder gereift)
  • Rosé
  • Rotwein
  • Schaumwein
  • Süßwein

Den Sekt kannst du auch an den Anfang stellen. Was gibt es Schöneres, als einen geselligen Abend mit Freund:innen durch ein Gläschen Sprudel einzuleiten? Davor werden die Geschmacksnerven schon nicht kollabieren!

 

6.   AUF DIE TEMPERATUR KOMMT ES AN

Weißwein, Sekt und Rosé gehören in den Kühlschrank, Rotwein nicht. Ganz so leicht ist es nicht immer, aber für eine zwanglose Weinprobe aus Spaß wird diese einfache Regel vollkommen ausreichen. Aber wie genau ist es um die Trinktemperatur deiner Weine bestellt?

Achte darauf, dass du den Weißwein zehn bis 15 Minuten vor dem Ausschenken aus dem Kühlschrank holst und den Rotwein 30 – 60 Minuten vor dem Verkosten einmal hineinlegst.

  • Weißwein -> nur so kalt, dass die Flasche nicht beschlägt
  • Rotwein -> die Flasche fühlt sich mit bloßer Hand leicht kühl an
  • Sekt -> komplett durchgekühlt, die Flasche beschlägt

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7.   GUT DURCHLÜFTEN – DER WEIN MUSS ATMEN

Den meisten Rotweinen tut es gut, wenn sie vor dem Probieren schon einmal Kontakt zu Sauerstoff bekommen. Da ihr höchstwahrscheinlich keinen zart-zerbrechlichen Wein aus 1990 oder früher verkosten werdet, kann der Sauerstoff dem Wein nicht schaden, er wird ihm im besten Fall helfen.

Du kannst die Flasche gleich zu Beginn des Tastings öffnen und sie dann so lange offenstehen lassen, bis der Wein an der Reihe ist, oder du gießt ihn schwungvoll in eine Karaffe. Er bekommt dadurch zwar bedeutend mehr Sauerstoffkontakt, du benötigst die Karaffe aber nicht zwingend.

Auch manche Weiß- und Roséweinen benötigen Sauerstoff – mittlerweile gibt es sogar Karaffen für Schaumweine – dies ist aber selten der Fall.

Frag am besten einmal beim Kauf nach, ob du die Weine direkt nach dem Öffnen ins Glas geben sollst, oder ob ihnen eine Extrarunde in der Karaffe oder mit entferntem Korken bei der Entfaltung hilft.

Wein Karaffe Tasting Belüften Sauerstoff

 

8.   ENDLICH: DIE VERKOSTUNG BEGINNT!

Es ist so weit: Die Flaschen sind geöffnet, die Gläser gefüllt, die Freund:innen zusammengetrommelt und ihr könnt endlich starten, die Weine zu verkosten. Beachte die Reihenfolge und schenke allen Gästen einen guten Schluck des ersten Weins ins Glas. Schon kann es losgehen:

  1. Als erstes schaut ihr euch die Farbe des Weins an und schwenkt die Gläser ein wenig. Das sieht nicht nur äußerst kompetent aus, sondern setzt durch den Sauerstoffkontakt auch zahlreiche Aromen des Weins frei.
  2. Als Nächstes haltet ihr eure Nase tief ins Glas und versucht, ein paar der Duftnuancen zu identifizieren. Assoziiert einfach wild vor euch hin, es gibt hier kein Richtig und Falsch. Wenn es euch hilft, greift auf ein Aromarad zurück.
  3. Natürlich dürft ihr nun auch probieren! Nehmt einen großen Schluck Wein in den Mund, spült ihn einmal durch alle Ecken und saugt ein bisschen Luft ein. Was etwas blasiert wirken könnte, hat allerdings tatsächlich einen Effekt, ihr werdet es merken.

Dadurch dass ihr Luft einzieht, wird der Wein im Mund noch einmal verwirbelt und bekommt zusätzlichen Kontakt zu Sauerstoff. Es werden Aromen freigesetzt, die sich sonst vor euch verborgen hätten.

Es bleibt euch überlassen, ob ihr den Wein ausspuckt oder runterschluckt. Du solltest allerdings auf jeden Fall ein Gefäß zum Ausspucken bereithalten, vielleicht muss jemand fahren.

 

9.   ES WAR EINMAL…DAS STORYTELLING

Es scheiden sich die Geister an der Frage, wie viel Hintergrundwissen es braucht, um Weine wirklich wertschätzen zu können. Teilweise ist die Erklärung der Sommeliers und Sommelièren im Restaurant länger als die Zeit, die zum Leeren des Glases benötigt wird.

Erfahrungsgemäß interessieren sich aber gerade die Anfänger:innen besonders für die Entstehungsgeschichte eines Weines, da diese sie beim Verkosten ein bisschen in geregelte Bahnen leitet.

Wenn du Lust, Zeit und vor allem Interesse hast, freuen sich bestimmt alle, wenn du ein paar kurze Recherchen zu den von dir ausgewählten Weinen anstellst und deine Mitstreiter:innen mit Infos zum Weingut, dem*der Winzer:in und den Herstellungsmethoden versorgst.

Auch ein paar Fotos oder Videos hie und da wirken Wunder. Sollte es dir allerdings mehr um das unbeeinflusste Erfassen der Weine gehen, verzichte erst mal auf weiteres Priming und recherchiere nach der Verkostung zusammen mit deinen Freund:innen, was ihr noch über den Wein erfahren wollt.

 

10. HABT SPAß

Vergesst bei all dem Geschwenke, Geschnupper und Geschlürfe nicht, warum ihr eigentlich zusammengekommen seid: Spaß.

Macht euch einen tollen Abend, trinkt gute Weine und stresst euch nicht zu sehr, wenn eure Sitznachbarin mal etwas schmeckt, was sich euch partout nicht zeigen will. Es ist noch kein Sommelier und keine Sommelière vom Himmel gefallen. Weinkompetenz ist Trainingssache und nichts trainiert besser als Verkosten, Probieren und Trinken.

 

Cheers!

 

Hier findest du noch einmal alles kompakt zusammengefasst für dich zum Downloaden!

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