Weinflaschen im Weinregal gelagert

Die ideale Weinlagerung - Tipps und Tricks

Die perfekte Lösung für wohltemperierten Wein 

Die Anfänge des Weinanbaus durch Menschenhand lassen sich bis auf 5000 v. Chr. zurückdatieren. Im Südkaukasus, dem heutigen Georgien, fand man die allerersten Weinreben. Schon sehr früh in der Geschichte der Menschheit kam man auf die Idee, sich dem edlen Rebensaft hinzugeben. Da die optimale Trinktemperatur sowohl bei Weiß- als auch bei Rotweinen allerdings deutlich unter der Umgebungstemperatur liegt, fing man an, den Wein unter der Erde zu lagern. So weiß man heute durch diverse archäologische Funde, dass der Traubensaft in Erdkuhlen oder Erdlöchern gekühlt worden ist. Erst dadurch konnte sich das volle Aroma entfalten und zu einem wahren Genuss werden. Aus der Erdloch-Idee entwickelte sich dann der Weinkeller. Viele Weingüter der heutigen Zeit haben ihre hauseigenen Stein- oder Gewölbekeller, in denen ihre Weine heranreifen und bis zum Verkauf lagern. 

Natürlich ist es schön, wenn man Zugang zu einem solchen Raum hat, aber das ist bei einem Großteil der Privatpersonen und auch in der Gastronomie eher selten der Fall. Es besteht allerdings kein Grund zur Sorge für alle Weinliebhaber:innen zu Hause! Wenn man ein paar Dinge beachtet, währt die Freude an den kostbaren Tropfen noch lang.

Vorab ist allerdings noch wichtig zu erwähnen, dass nicht alle Weine dazu geeignet sind, über längere Zeiträume gelagert zu werden. Einige sind darauf ausgelegt, innerhalb weniger Jahre ausgerunken zu werden, während andere eine gewisse Reifezeit benötigen, die ihre Qualität steigert. In unserem Artikel zur Lagerfähigkeit verschiedener Weine findet ihr mehr Informationen dazu.

Wer nun vorwiegend Weine kauft und trinkt, welche besonders gut gelagert werden können oder sogar müssen, findet hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen zur idealen Weinlagerung.

Stehend oder liegend lagern?

Die Antwort auf die Frage, ob Wein stehend oder liegend gelagert werden muss, beantwortet sich ganz einfach durch die Art des Verschlusses. Soll der Wein über einen längeren Zeitraum aufbewahrt werden und hat einen traditionellen Korkverschluss, ist unbedingt eine liegende Lagerung zu empfehlen. So kann der Korken nicht austrocknen oder gar einschrumpfen, was die Haltbarkeit des Weins stark beeinträchtigen würde. Ist der Verzehr eines Weins auf ein bis zwei Jahre ausgelegt, so darf er auch stehen, denn die Feuchtigkeit aus der Flasche hält den Korken geschmeidig, sodass keinerlei Gefahr droht.

Jeder Wein mit Schraubverschluss, Kunststoffkorken, Glasverschluss oder Kronkorken kann stets ganz bedenkenlos stehend aufbewahrt werden.

Bei welcher Temperatur sollte man Wein lagern?

Ist der Wein für einen längeren Zeitraum zu lagern, so empfiehlt es sich, die Temperatur des Ortes bei acht bis zwölf Grad zu halten. Auch Temperaturen, die etwas darüber liegen sind noch vertretbar. Allerdings sollten die Weine niemals für einen längeren Zeitraum über 21 Grad lagern, denn das würde den Reifeprozess zu stark beschleunigen. Bei kürzerer Lagerdauer sind etwas höhere Temperaturen jedoch eher unbedenklich. 

Grundsätzlich ist es allerdings viel wichtiger, dass die Temperaturen auf keinen Fall zu stark schwanken. Größere Abweichungen der Umgebungstemperatur lassen die Alterung des Weins schneller fortschreiten, als den Weinfreund:innen lieb ist.

Einige Winzer:innen schwören auch darauf, den Wein unter dem Bett zu lagern. Denn im Schlafzimmer ist die Temperatur in der Regel niedriger als in der restlichen Wohnung und zudem ist der Wein dort lichtgeschützt - das verlängert ebenso die Haltbarkeit. 

Licht bei der Weinlagerung vermeiden!

Fenster mit Tageslicht

Die Haltbarkeit von Wein steht und fällt auch mit der Menge an Licht, der er während der Lagerung ausgesetzt ist. Besteht am Lagerungsort eine hohe Sonneneinstrahlung, könnte dies für eine zu schnelle Reifung sorgen und die Haltbarkeit würde sich um ein Vielfaches reduzieren. Genau aus diesem Grund wird Rotwein fast ausschließlich in Grün- oder Braunglasflaschen abgefülllt, da diese UV-Strahlen vermehrt abblocken können - ganz verhindert werden kann die Reifung dadurch allerdings auch nicht. Die Lichteinstrahlung von Glühbirnen hingegen schadet dem Wein nicht.

Es gilt also: Jeden Wein bitte immer lichtgeschützt aufbewahren - im Keller, in der Speisekammer oder im abgedunkelten Zimmer und am besten im Karton, in dem der Wein gekauft wurde. 

Luftfeuchtigkeit ausschlaggebend für die Haltbarkeit

Je länger ein Wein aufbewahrt werden soll, desto entscheidender ist auch die Luftfeuchtigkeit am Lagerort. Bei verhältnismäßig kurzen Lagerzeiträumen reicht oftmals eine Raumfeuchte von 30%. Der Wert kann mithilfe eines entsprechenden Messgerätes abgelesen werden.

Bei einer Lagerdauer von mehreren Jahren allerdings, sollte die Luftfeuchtigkeit mindestens 50% betragen - in seltenen Fällen sogar 80%. Diese Werte beziehen sich auf Weine mit Korkverschluss, der durch zu geringe Luftfeuchtigkeit auf lange Sicht zu sehr austrocknen würde. Bei zu geringer Luftfeuchtigkeit würde mehr Sauerstoff in die Flasche gelangen, was die Haltbarkeit des Weines negativ beeinträchtigen kann.

Wer bei sich zu Hause feststellt oder vermutet, dass die eigenen Räume zu trocken sind, kann sich schnelle Abhilfe verschaffen: einfach eine Schale mit Wasser in den Raum stellen. Dieses kann dann verdunsten und zur idealen Luftfeuchtigkeit beitragen.

Wein vor Erschütterung schützen

Zug auf Schienen

Es sollte vermieden werden, dass der Wein bei seiner Lagerung Erschütterungen ausgesetzt wird. Bei längerer Aufbewahrung bildet sich ein feiner Bodensatz in der Flasche, der durch Bewegungen aufgewirbelt wird. Das sogenannte Depot braucht seine Zeit, um sich wieder abzulegen. Durch permanente Erschütterung wird die Reifung des Weins durch die Depotzerrüttung negativ beeinflusst. So sollten sich Weinregale, wenn möglich, nicht in der unmittelbaren Nähe von stark befahrenen Straßen, Eisenbahnschienen, Pumpen oder auch Waschmaschinen befinden.

Wein von Gerüchen fernhalten

Der Genuss des Weins kann aber auch durch weinfremde Gerüche verringert werden. So schaden Rauch oder Lebensmittelgerüche dem Wein zwar nicht massiv, beeinträchtigen jedoch seinen Geschmack. Da ein geringer Luftaustausch bei Korkverschluss aber nicht zu vermeiden ist, sollte der Wein möglichst nicht in der Küche gelagert werden. Auch im Keller sollte dementsprechend darauf geachtet werden, dass der Wein nicht gerade neben den Zwiebeln oder beispielsweise Benzin gelagert wird.

Wer über die Anschaffung eines sogenannten Weinkühlschranks nachdenkt, kann diesen natürlich bedenkenlos auch in der Küche aufstellen. Ein solcher Kühlschrank sperrt Gerüche, Licht und zu hohe Temperaturen gekonnt aus. Zudem simuliert er die idealen Bedingungen eines Weinkellers und ist damit ebenfalls eine perfekte Alternative in der Gastronomie - nicht zuletzt weil sich der Wein darin auch wunderbar präsentieren lässt.

Der Weinkühlschrank als Alternative

Wie wir nun wissen, liebt der Wein für seine Lagerung ein gleichmäßiges Klima und stete Temperierung. Ein Weinkühlschrank oder genauer gesagt Weinklimaschrank ist darauf ausgelegt, den edlen Tropfen genau das zu bieten und somit eine lange Haltbarkeit zu garantieren. 

Der Weinklimaschrank simuliert also die optimalen Bedingungen für die langfristige Aufbewahrung und unterstützt damit lagerfähige Weine in ihrer Reifung. In der Regel findet man diese Art von Weinkühlschränken mit lediglich einer Klimazone, da es meist die Rotweine sind, welche für eine langfristige Lagerung ausgebaut werden. Sollte man zudem einige Weißweine haben, die sich zur längeren Aufbewahrung eignen, so gibt es auch Weinklimaschränke mit zwei Klimazonen, da Weißweine besser bei einer etwas niedrigeren Temperatur als Rotweine gelagert werden. 

Der empfohlene Schutz vor Sonnenlicht wird ebenso bei Weinklimaschränken gewährleistet, da die Türen aus UV-Licht abweisendem Glas gefertigt werden. Dies ist auch der Fall bei Weintemperierschränken, welche die zweite Kategorie unter den Weinkühlschränken bilden. 

Während bei Weinklimaschränken die notwendigen Bedingungen für einen optimalen Reifeprozess erfüllt werden, steht bei einem Weintemperierschrank die Gewährleistung der Haltbarkeit und die optimale Trinktemperatur im Vordergrund. Hier lassen sich neben Rot-, Rosé- und Weißweinen ebenso Schaumweine lagern. Da jede dieser Weinarten unterschiedliche Serviertemperaturen hat, findet man Weintemperierschränke üblicherweise mit mehereren Temperaturzonen, die sich zwischen 5 und 20 Grad einstellen lassen. 

Nicht nur perfekt abgestimmt auf die individuellen Bedürfnisse der Weine sind die Weinkühlschränke ein großer Zugewinn für Weinliebhaber:innen, sondern auch optisch machen diese so einiges her. Viele werden in feiner Edelstahlausführung oder auch elegantem schwarz angeboten. Dezente Innenbeleuchtung rückt die Weine auch bei geschlossener Tür ins rechte Licht. Zudem sind die meist aus hochwertigem Holz gefertigten Lagerböden ein zusätzliches Plus für die geschmackvolle Optik, welche die meisten sicherlich über den fehlenden Gewölbekeller hinwegtrösten kann.

Wenn ihr nun neugierig geworden seid und euren Wein sozusagen "artgerecht" lagern wollt, könnt ihr beispielsweise beim Grimm Gastrobedarf einen kleinen Einblick in die Auswahl der Weinkühlschränke erlangen und durch die Produkte stöbern.

Mit diesem kleinen Ausflug in die Welt der Weinlagerung konnten wir hoffentlich einige Fragen von Weinenthusiast:innen oder solchen, die es noch werden wollen, beantworten und euch näher bringen, wie ihr die größtmögliche Qualität eurer Weinschätze gewährleisten könnt.

Denn perfekt gelagert und temperiert lässt sich der edle Tropfen doch noch mehr genießen!

Anstoßen mit Rotweingläsern

 

 

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