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Lieblich, fruchtsüß, edelsüß – Weine zum Dessert

Wer es beim Wein gern etwas süßer mag, hat eine größere Auswahl als zunächst gedacht. Zwischen lieblichen und süßen Weinen zu differenzieren, ist nicht so schwierig, aber wie sieht es bei den wirklich edelsüßen Tropen aus? Sie tragen beispielsweise Namen wie Auslese, Spätlese, Beerenauslese usw.

Um in diesem Dschungel von Fachbegriffen nicht den Durchblick zu verlieren, ergründen wir für dich die Geheimnisse des Süßweins und verraten dir, welcher Wein für die ganz großen Schleckermäuler geeignet ist.

RESTZUCKER – DER SCHLÜSSEL ZUM SÜßEN GENUSS

Süßwein Zucker Edelsüß

Wie gelangt der Zucker in den Wein? Er ist tatsächlich schon von Anfang an enthalten. Entgegen landläufiger Gerüchte wird weder einem lieblichen noch einem süßen Qualitätswein nachträglich Süße zugeführt. Der Zucker ist bereits im Traubensaft, also dem Most enthalten und wird normalerweise von den Hefen im Rahmen der alkoholischen Gärung in Alkohol verstoffwechselt. So wird ein Wein trocken. Weine minderer Qualität werden tatsächlich auch nachträglich gesüßt.

Wenn die Gärung allerdings unterbrochen wird, bevor sämtlicher Zucker zu Alkohol geworden ist, behält er je nach Zeitpunkt des Gärstopps eine gewisse Süße zurück, den so genannten Restzucker. Der nur teilweise vergorene Most kann als Federweißer schon sehr früh im Jahr genossen werden.

Durch das vorzeitige Ende der Gärung enthalten lieblicher und süßer Wein im Normalfall eine geringere Alkoholmenge als halbtrockener oder trockener Wein. Diese liegt ungefähr zwischen 7% Vol. und 9% Vol.

LIEBLICH UND FRUCHTSÜß – WORIN BESTEHT DER UNTERSCHIED?

Süßer Wein Fruchtzucker Restzucker

Im Gegensatz du dem Begriffspaar Halbtrocken-Feinherb handelt es sich bei ‚lieblich‘ und ‚fruchtsüß‘ tatsächlich um Synonyme. Beide Worte bedienen schlichtweg unterschiedliche Zielgruppen.

Obwohl ‚lieblich‘ in der EU-Verordnung zu den Süßegraden von Wein der offizielle Begriff ist, wird er meist bei der Beschreibung günstiger Easy-Drinking-Weine verwendet und deswegen von Weinkenner:innen eher vermieden. Diese nutzen das Wort ‚fruchtsüß‘, welches wiederum bei Alltagstrinker:innen aufgrund des Wortteils ‚süß‘ immer wieder zu Irritationen führt.

Im Grunde bezeichnen beide Wörter allerdings den gleichen Spielraum des Zuckerwertes in einem Wein.

 

GRENZWERTE DES ZUCKERS

Um einen Wein in der Europäischen Union als lieblich bezeichnen zu dürfen, muss er einen gewissen Gehalt an Restzucker aufweisen. Ab 18g/l Zucker beinhaltet der Wein genügend Süße für die Bezeichnung ‚lieblich‘. Der Maximalwert liegt bei 45g/l. Befindet sich in dem Wein mehr Zucker als diese 45g/l, muss er als süß oder edelsüß bezeichnet werden.

WEINKAUF UND ETIKETTEN

Steht in Deutschland, Österreich und der Schweiz keine explizite Geschmacksbezeichnung auf dem Etikett eines Weins, kannst du davon ausgehen, dass er nicht trocken, sondern mit einer gewissen Restsüße ausgebaut ist. Wenn du also auf der Suche nach einem leicht restsüßen Wein (halbtrocken, lieblich) bist, wirst du bei den Flaschen ohne geschmackliche Deklaration wahrscheinlich am ehesten fündig.

Im den meisten europäischen Weinstaaten ist dies andersherum geregelt. Dort ist es Gang und Gäbe, dass Wein im Normalfall trocken getrunken wird, weshalb dieser Geschmacksgrad nicht auf Etiketten deklariert wird. Dafür wird er hier bei den süßeren Weinen von halbtrocken bis süß besonders hervorgehoben.

Bei Weinen wie Madeira oder Sherry kannst du ebenfalls davon ausgehen, dass sie süß ausgebaut sind, solange nichts anderes angeführt wird.

Damit du beim Einkauf nicht durcheinanderkommst, kannst du hier nachschauen, wie lieblicher Wein in deinem liebsten Urlaubsland genannt wird:

  • Französisch → moelleux
  • Italienisch → amabile
  • Spanisch → semidulce
  • Portugiesisch → meio doce
  • Griechisch → imíglykos/ημίγλυκο
  • Englisch → medium sweet
Wein Süßwein Ausland Etiketten

PRÄDIKATE UND EDELSÜßE WEINE

Weine, die mehr als 45g/l Restzucker in sich tragen, werden als süß oder (aus ästhetischen Werbezwecken) edelüß bezeichnet. Sie sind oftmals von höchster Qualität und werden in den meisten Fällen mit den Prädikaten des deutschen Weinrechts bedacht, die den Verbraucher:innen die einwandfreie Güte des Produkts vermitteln.

Dabei wird zwischen sechs verschiedene Prädikate für Qualitätsweine aus Deutschland unterschieden, die sich auf das Mostgewicht eines Traubensafts beziehen. Dieses, gemessen in Oechsle, bezeichnet die Dichte an gelösten Stoffen im Traubensaft.

Es wird also gemessen, wie viel Feststoff (Zucker, Säure, Glycerin etc.) zurückbleiben würde, wenn man dem Saft sämtliches Wasser entziehen würde. Je höher dieser Wert, desto mehr Geschmack wird im fertigen Wein erwartet und desto höher ist seine Qualität. Je nachdem, welchen Oechslegrad ein Wein hat, wird er  als Qualitätswein mit Prädikat (QmP) einem der folgenden Prädikate zugeordnet:Dessertwein Süßwein Edelfäule Zucker

  • Kabinett
  • Spätlese
  • Auslese
  • Beerenauslese (BA)
  • Trockenbeerenauslese (TBA)
  • Eiswein

Damit Winzer:innen ihre Weine mit einem Prädikat deklarieren dürfen, müssen sie zahlreiche genaue Qualitätskriterien erfüllen, die regelmäßig kontrolliert werden. Die Weine dürfen beispielsweise nicht zusätzlich gesüßt oder aufgespritet (alkoholisiert) werden und die Weinlese muss oftmals zu einem bestimmten Zeitpunkt stattfinden.

Die meisten Prädikatsweine bringen frucht- bis edelsüße Weine hervor, die in der Qualitätspyramide von Kabinett zu Eiswein im Schnitt immer süßer werden. Kabinett, Auslese und Spätlese können in einigen Fällen auch trocken ausgebaut werden, dies ist dann aber immer auf dem Etikett vermerkt.

Hier erklären wir dir genau, was die einzelnen Prädikate ausmacht, welche Kriterien sie erfüllen müssen und wie sie geschmacklich einzuordnen sind.

SÜßE IM AUSLAND

Damit du auch bei süßen Weinen im Urlaub oder einer breit sortierten Weinhandlung nicht ständig in dein Wörterbuch schauen musst, geben wir dir hier noch einmal sprachliche Hilfe:

  • Französisch → doux
  • Italienisch → dolce
  • Spanisch → dulce
  • Portugiesisch → doce
  • Griechisch → glykós/Γλυκός
  • Englisch → sweet

WANN TRINKE ICH EDELSÜß?

Weine mit mehr als 45g/l Restzucker wirst du höchstwahrscheinlich nicht einfach mit deinen Freunden am See oder auf der Terrasse trinken. Sie sind gehaltvoll, opulent und sättigend, weshalb sie meist nur in geringen Mengen getrunken und verkauft werden. Die normale Flaschengröße für Süßweine ab der Beerenauslese ist die 0,375ml fassende Halbflasche.

Foodpairing Wein zu Essen Süßwein Süßweine eigenen sich wunderbar als Essensbegleiter für Desserts, aber auch fetthaltige Käseplatten und vereinzelt sogar herzhafte Speisen mit Fleisch. Säurebetone, restsüße Kabinette passen oftmals perfekt zur japanischen Küche. Besonders im Spiel mit Schärfe, funktionieren sie vorzüglich. Nussige Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen begleiten gereiften Käse optimal oder können als eigenständiges Dessert genossen werden.

Wie du deinen Wein am liebsten trinkst – ob trocken, halbtrocken, lieblich oder süß – bleibt ganz dir überlassen. In jeder dieser Geschmacksrichtungen gibt es erstklassige Weine, die es sich allemal zu trinken lohnt. Süßweine sind keineswegs nur ein 'Frauenwein', sondern können außerordentlich faszinierend sein.

Je süßer ein Wein, desto wichtiger ist es allerdings, auf seine Qualität zu achten. Trägt der Wein ein Prädikat und hat seine Süße von einem späten Lesezeitpunkt durch viel Handarbeit erhalten oder wurde er einfach mit Most nachgesüßt? Es lohnt sich, gerade für edle Süßweine etwas tiefer in die Tasche zu greifen. Man trinkt ihn nur selten, weshalb der Genuss es wert sein sollte.

Cheers!

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