Wer die kanarische Insel La Palma nur mit Sonne, Wandern oder Mountainbiken verbindet, der irrt. Dank des vulkanischen Bodens haben die Palmeros richtig gute Weine zu absolut fairen Preisen. Vergangene Woche hatten wir die Zeit für einen kurzen Ausflug nach La Palma, um dort einige Weingüter zu besuchen und Weine zu testen. Denn Weinanbau hat auf dieser Insel Tradition.

Kurz zur Geschichte der Insel: La Palma ist wie alle kanarischen Inseln vulkanischen Ursprungs und mit ca. 2 Mio. Jahren die Jüngste der Inselgruppe. Es gibt eine Vielzahl von Vulkanen, die in unregelmäßigen Abständen ausbrechen – die seismischen Aktivitäten in 4.000 Metern Tiefe sind immer wieder spürbar.
Gerade im Süden der Insel verdichtet sich die Vulkanlandschaft, hier kam es in der jüngsten Zeit auch zu Ausbrüchen: 1971 der Vulkan Teneguía, 1949 die Vulkane San Juan, Duraznero und Hoyo Negro und 1677 der Vulkan San Antonio. Aber gerade an solchen Orten sind Böden besonders fruchtbar und bieten gute Bedingungen für eine landwirtschaftliche Nutzung. In der Umgebung der Vulkane San Antonio und Teneguía im Ort Fuencaliente hat sich die Weinwirtschaft angesiedelt.

Hier findet sich unter anderem das gleichnamige Weingut Teneguía, wo exzellente weiße und rote Wein gekeltert werden. Alle Weißen schmecken zumeist fruchtig, aber immer sehr mineralisch, haben eine gute Struktur und sind gekühlt perfekt für ein Mittagessen oder einen netten Abend am Strand. Der Rote ist kräftig, ebenfalls sehr mineralisch und enthält ein leichtes Tabakaroma. Auch bei allen weiteren Weinen von anderen Winzern, die wir vor Ort probieren durften, schmeckt man den vulkanischen Boden heraus.

Preislich bewegen sich die Weine auf einem absolut sympathischen Niveau. So kann man direkt vom Erzeuger Flaschen zwischen 4-6 Euro pro Flasche erwerben, in den lokalen Märkten zwischen 5-8 Euro und im Restaurant zwischen 9-13 Euro. Zur Preisbetrachtung muss allerdings gesagt werden, dass die Kanaren steuerlich begünstigt sind. So gilt z.B. hier die spanische Mehrwertsteuer nicht und eigentlich alle Produkte sind deutlich günstiger.

Eine interessante Besonderheit der palmerischen Weine soll nicht unerwähnt bleiben: Werden in unseren Gefilden doch die Weinreben hochgebunden, liegen die Reben auf La Palma flach auf dem Boden. Der Grund hierfür ist der doch sehr beständige Wind, der auf der Insel herrscht.

Fazit: Ein ganz klares „Daumen hoch“ für die Weine von La Palma. Einen Wehrmutstropfen müssen wir dann doch am Ende verabreichen: die Menge der Weine von La Palma ist leider nicht so üppig, dass sie ein Exportschlager werden könnten – der Großteil wird auf der Insel getrunken. Da bleibt dann nur eins: selber hinfahren und probieren!

ods.

Foto: La Palma April 2013

Weitere Infos unter:
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