Am gestrigen Abend, dem 27.02.2014, war es mal wieder so weit. Das Team der Weine vor Glück packte Weingläser und edle Tropfen ein und machte sich auf den Weg zu unserem ersten Wine Thursday in einer Wohngemeinschaft. Und nein – wir waren nicht verkleidet und in Karnevalsstimmung, denn bei uns sollte ja schließlich der Wein im Mittelpunkt stehen. Voller Vorfreude machten wir uns auf in die WG unserer Gewinner: Maja, Wolfgang, Ronja und Serbay. Und halt ! Fast hätten wir da jemanden vergessen. Dürfen wir vorstellen, frisch eingezogen und Stargast des Abends: Schäferhundwelpe Momo!

Was uns in der WG erwartete war einfach unschlagbar! Eine WG, wunderschön eingerichtet mit tollen hohen Decken. Ein altes fast nostalgisches Sofa, welches wie wir später erfahren durften für wenig Geld erstanden wurde, lud in die gemütliche Gemeinschaftsküche ein. Die vier Mitbewohner waren perfekt auf unseren Besuch vorbereitet. Eine Käseplatte, Cracker, Oliven und Baguette zum neutralisieren des Geschmacks standen bereit. Leise Hintergrundmusik und Kerzenlicht rundeten die gemütliche Atmosphäre ab. Es konnte also losgehen.

„Verrückt! Sekt macht ein warmes Gesicht, oder?“

Zum Anstoßen ist wohl kaum ein Tropfen besser geeignet, als ein prickelnder, kühler Sekt. In unserem Fall war das ein 2009er König Johann Celebro Riesling Cremant. Beflügelt von dem frischen Geschmack auf der Zunge, folgten nach einer kurzen Vorstellungsrunde die ersten Urteile unserer Weintester. Serbay, der normalerweise nicht so oft zum Sekt greift, betonte das schöne Ende, welches der Sekt im Mund hinterlässt. Auch der Rest der Gruppe war sich einig: Der Sekt ist fruchtig und weich und nicht mit einem Standartkauf aus dem Supermarkt zu vergleichen.

Nach der ersten Erfrischung sollte es spritzig weiter gehen. Es folgte ein trockener Riesling 2012, vom Weingut Eugen Wambsganss. Ein erster Schluck. Stille. Dann ein erster Versuch. „Der Geschmack ist ziemlich schwer in Worte zu fassen. Der Wein erinnert mich an Beeren, Sommer und besitzt zusätzlich eine gewisse Säure!“, beschreibt eine unserer Testerinnen den Riesling aus der Pfalz. Spekulationen machen sich breit, welche Frucht auf der Zunge geschmeckt werden kann. Von Holunder über Kiwi bis hin zu Stachelbeere – unsere Feinschmecker entdeckten die unterschiedlichsten Geschmacksnoten.

„Dreifaltiges Geschmackserlebnis“

Bereits nach kurzer Zeit war auch die zweite Flasche gelehrt. Es war schließlich noch früh am Abend. Das Team der Weine vor Glück tischte einen dritten Wein auf. Der König Johann Clivus Riesling feinherb 2012 begeisterte auf voller Linie. „Das ist wirklich einer der besten Weine, die ich je getrunken habe! Fast schon ein dreifaltiges Geschmackserlebnis“, lobt Ronja diesen Wein und ist überwältigt. Auch die anderen Weintester in der Gruppe sind von dem Weißwein überzeugt. Er wird definitiv positiv in Erinnerung bleiben.

Zwei trockene Riesling hatten nun schon den Weg in unsere Gläser gefunden. Jetzt sollte es mit einem trockenen Weissen Burgunder 2012 von Michael Andres weitergehen. „Aufgrund des höheren Alkoholgehalts besitzt der Wein ein ausgeprägteres Volumen“, erklärte unser Weinliebhaber Oliver Daniel Sopalla. Dieser einzigartige Geschmack ist nicht für jeden etwas. Trotzdem befindet die Gruppe den Wein als sehr aufregend und geschmacksintensiv. Und Geschmäcker sind ja nun mal verschieden.

„Wer hat dafür Model gestanden?“

Das kleine Buffet, welches die WG liebevoll zusammengestellt hatte fand regen Zuspruch. Hier ein Stück Käse, da eine Scheibe Brot. Lecker! Und natürlich super, da die Geschmacksnerven sich erholen konnten. Die Gruppe hatte mittlerweile richtig gut zusammengefunden und die Stimmung wurde von Flasche zu Flasche lebendiger und fröhlicher. Anekdoten aus der Vergangenheit trugen zur allgemeinen Erheiterung bei. Und dann war da noch diese Gipsfigur. Auf einem an der Wand montierten Holzregal, thronte eine riesige, lebensgroße Gipsfigur. Warum um alles in der Welt besitzt die WG solch eine Skulptur? „Das ist ein Abdruck von meinem Körper.“, deckt Wolfgang das Geheimnis auf. Um die Figur passend unter die Decke zu bekommen musste er „sich“ jedoch den Kopf einschlagen, erfahren wir weiterhin. Unser Team ist beeindruckt.

„Das ist mein Wein des Tages“

Die Verköstigung konnte weiter gehen. Der nächste Schluck war ein 2012er Grauer Burgunder trocken von Mugler. Allein der Geruch dieses Weins war einzigartig. „Der duftet aber sehr gut!“ heißt es in den Reihen der Weintester. Geschmacklich konnte der Grauburgunder, im italienischen Pinot Grigio, durch eine schlanke und mineralische Note bestechen. „Ein Burgunder ist irgendwie gradliniger und flacher. Entfaltet aber trotzdem einen herausragenden Geschmack im Mund.“ fasst einer unserer Wine Thursday Gewinner passend zusammen.

Leicht angeheitert durfte unser modernes, gemütliches „Wine Tasting“ weitergehen. Ein Flasche Blanc de noir 2012 trocken von Michael Andres wurde geöffnet. Die interessierten Mitbewohner stellten immer wieder Fragen. „Blanc de noir? Klingt für mich ziemlich widersprüchlich. Wie können wir das verstehen?“, merkt eine unserer Testerinnen berechtigt an. Und natürlich wird die Antwort promt geliefert. Wir lernen, dass dieser Wein aus einer schwarzen Traube gepresst wird. Der Saft dieser Traube ist jedoch weiß. Erst wenn man Trauben dieser Art zusammen mit ihrer Schale verarbeiten würde, wäre der wein rot. Gut angekommen ist der Wein auf jeden Fall. Überzeugt deklariert einer unserer Tester die Flasche zum „Wein des Tages“.

„Wir kommen zum Rotwein“

Nachdem wir schon die verschiedensten Weißweine kosten durften, war es an der Zeit sich den Rotweinen zu widmen. Den Anfang machte hier ein portugiesischer Tinto Red 2012 von Herdade das Servas. Es dauerte einen kleinen Moment, bis sich unsere Weintester an den deutlich anderen Geschmack eines vollmundigen Rotweins gewöhnt hatten. Dann war jedoch schnell ein Urteil gefällt. „Schmeckt sehr leicht für einen Rotwein und legt sich sanft auf die Zunge.“ Daumen nach oben!

Während die ersten Tester aus der Runde bereits anfingen einen Schlussstrich zu ziehen, immerhin hatten wir bereits sieben ausgezeichnete Weine probiert, wurde der letzte Wein des Abends für die verbliebenen Weinliebhaber geöffnet. Eine 2007er Rotwein Cuvee trocken, vom Weingut Eugen Wambsganß sollte einen gelungenen Abschluss bereiten. Und tatsächlich, auch dieser Rotwein fand in der Gruppe regen Zuspruch. Ein Hauch Vanille und eine leichte Holznote bildeten einen herrlich sanften Abgang im Gaumen. Auch der intensive Duft konnte überzeugen.

Da saßen wir nun, vier Stunden später, alle rundum glücklich. Neben ausgezeichneten Weinen, einer super freundlichen Wohngemeinschaft und leckeren Snacks, konnten wir einen Abend lang gemeinsam die Welt des Weins erleben. Unser Fazit: Der erste WG Wine Thursday war ein voller Erfolg! Wir freuen uns auf den nächsten Abend und viele weitere außergewöhnliche Weine.