Stefan Gerth
April 21, 2017 Allgemein Keine Kommentare

Ein Jahr ist schon wieder um und wir können garnicht fassen, wie schnell das ging. Noch weniger können wir glauben, dass es nur noch 50 Tage sind, bevor wir Bochum wieder in ein Paradies für jeden Weintrinker verwandeln und der Startschuss für das diesjährige Weine vor Freude Festival ertönt. Im Interview verrät euch Stefan, was eigentlich hinter Weine vor Freude steckt, was es so besonders macht und wieso ihr das diesjährige Festival auf keinen Fall verpassen dürft!

 

Wie kam es zu der Gründung von Weine vor Freude und was steckt da eigentlich hinter?

 

Stefan Gerth, Nadine Fabiao, Oliver Daniel Sopalla und Holger Manzke

Das Team von Weine vor Freude – von links: Stefan Gerth, Nadine Fabiao, Oliver Daniel Sopalla und Holger Manzke.

Im Grunde war es so, dass Olli die Idee hatte und fand, dass das Thema Wein im Ruhrgebiet besonders in der jüngeren Zielgruppe völlig unterrepräsentiert ist. Wenn man zum Beispiel in die Pfalz fährt, ist es völlig normal eine Flasche Wein auf zu machen. Hier ist es dann eben Bier, weil wir ein Bierstandort sind und das wollten wir ändern. Die Idee wollte er erst verkaufen, bis dann seine jetzt zukünftige Frau ihn darauf gebracht hat, es einfach selbst zu machen. Als er gemerkt hat, dass die Leute das gut finden wollte er das Festival ein bisschen professioneller aufziehen und hat im nächsten Schritt dann mich und Holger gefragt, weil er noch Kompetenz brauchte. Im letzten Jahr sind wir dann mit ganz viel Glück an Nadine geraten, die die Weinkompetenz noch viel mehr hat als wir, was uns aber auch wichtig ist. Das waren so die Steps.

 

Kommen wir zu dem Weinfestival, worum genau geht’s dabei?

 

Die Intention war erstmal, einer großen jüngeren und jung gebliebenen Zielgruppe das Thema Wein näher zu bringen, weil es einfach unterpräsentiert ist hier im Ruhrgebiet. Das haben wir dann damit verknüpft, dass wir diese mit den richtigen Winzern im gleichen Alter zusammenbringen. Damit hat man dann die Funktion auch auf der anderen Seite, indem man jungen Winzern Zugang zu einer ebenso jungen Zielgruppe bietet, die sie so sonst gar nicht hätten und das ist einzigartig. Wir haben ein relativ junges und akademisch orientiertes Publikum, was zwar sicherlich im Moment noch nicht sonderlich kaufkräftig ist, es aber in den nächsten Jahren sein wird. Der Winzer findet bei uns also den Kunden von morgen, der aber auch dafürsteht, wie sich die Gesellschaft in Zukunft entwickelt. Niemand bestellt mehr seinen Jahresvorrat an Wein bei nur einem Winzer, davon entwickelt sich der Trend weg. Alle wollen eine gewisse Vielfalt und genau das bieten wir, wenn wir 50 Winzer hinstellen, die alle die Sprache von denen sprechen, die als Besucher kommen.

 

Weinglas mit RoséBrot und KäsetellerAußenbereich Jahrhunderthaus Weine vor Freude 2016Oliver Daniel Sopalla, Holger Manzke und Stefan Gerth mit den Glück auf KüweesAußenbereich Jahrhunderthaus Weine vor Freude 2016DJ-Pult Weine vor Freude 2016Weine vor Freude 2016Bierflasche Weine vor Freude 2016

 

Was ist das Besondere an dem Festival?

 

Was uns im Gegensatz zu anderen Veranstaltungen auszeichnet ist, dass wir da Winzer hinstellen, die das Thema Wein anders sehen, anders angehen und im gleichen Alter wie unsere Besucher sind. Die gehen das in einer ganz anderen Sprache an, kaum fachspezifisches Vokabular sondern so, dass es wirklich jeder versteht und das ist uns wichtig. Wir brauchen keine Leute bei uns, die das Thema Wein komplizierter machen, als es wirklich ist.
Wir sind sehr detailverliebt und stecken generell sehr viel Liebe in das Festival. Das Ruhrgebiet hat ein paar Charakteristiken von den Menschen die hier leben, die wir für uns erkannt haben und in das Festival mit einfließen lassen. Der Ruhrgebietsmensch ist in erster Linie pragmatisch und positiv einfach. Vor allem in der Altersklasse unserer Zielgruppe gibt man nicht mal eben 30€ für eine Flasche Wein aus und das versuchen wir auch unseren Winzern zu kommunizieren. Die Winzer bringen dann auch ihre Basislinien mit, die vom Preis her nicht zu hoch angesiedelt sind. Auch vom Geschmack her haben wir uns da angepasst. Wir sind nun mal Pilstrinker-Region und je erfahrener man mit Wein ist, desto trockener trinkt man in der Regel seinen Wein. Auf einer Skala von trocken bis lieblich sind wir dementsprechend im Vergleich zu anderen Veranstaltungen im Schnitt deutlich weiter in der Richtung lieblich bis halbtrocken.

Weine vor Freude 2016Weine vor Freude 2016Außenbereich Jahrhunderthaus Weine vor Freude 2016

 

Nach welchen Kriterien werden die Winzer ausgewählt?

 

Für mich sind das Menschen, die das Thema Wein neu denken. Also Menschen, die nicht nur produktverliebt sind, sondern die auch gucken, welchen Wein kann ich welcher Zielgruppe anbieten und wie mach ich das. Das sieht man dann in den Etiketten, den Marken die gebildet werden und wie die mögliche Zielgruppe dann angesprochen wird. Unsere Besucher wollen nicht mit Fachbegriffen zugeknallt werden. Die wollen was über Wein erfahren, aber auf einem sprachlichen Niveau, wo man folgen kann, wenn man kein Experte ist.
Bei uns gibt es jetzt so über die Jahre schon einen „Selbstreinigungsmenchanismus“  – wir wissen welche Winzer zu uns passen und sprechen die ganz gezielt an. Ich mache jedes Jahr vorher eine Einweisung und sage den Winzern, dass sie die Leute auch aktiv ansprechen sollen und den Kontakt selbst suchen müssen. Die Besucher sind zu Anfang immer schüchtern, weil sie noch keine Ahnung von Wein haben, aber die beißen nicht und danach sind alle immer super nett und offen.

 

Es geht dieses Jahr wieder in die Rotunde, was macht die Location aus?

 

Erstens ist die Rotunde die Geburtsstätte des Festivals und passt charakterlich auch sehr gut zu uns, denn sie steht für Ruhrgebietsmentalität, für Pragmatismus, für Malochertum. Dazu noch dieses rustikale Ruhrgebietsambiente mit viel Charme mitten im Herzen des Bermuda3ecks.  Das Bermuda3eck ist eins der herausragendsten Kneipenviertel in Deutschland und eine Halle direkt dort für diese Veranstaltung ist einfach genial.

 

Worauf freust du dich dieses Jahr beim Festival am meisten?

 

Ich bin ja dann auch alle Tage vor Ort und muss sagen, dass ich mich natürlich darauf freue, einfach Weine probieren zu können. Das muss man ganz ehrlich sagen. Ich freu mich aber auch darauf, viele glückliche Menschen zu sehen und obwohl es eine Veranstaltung mit viel Alkohol ist, hatten wir noch nie Ärger, weil alle einfach nur gut drauf sind.

 

Worauf können sich die Leute am meisten freuen und wieso sollte man unbedingt zum Weine vor Freude Festival 2017 kommen?

 

Weinverkostung bei Weine vor Freude 2016Ich glaube, dass wir dieses Jahr eine sehr, sehr spannende Eröffnung auf die Beine stellen werden. Man sollte sich dieses Mal also vielleicht nicht nur am Wochenende Zeit nehmen, sondern auch am Mittwoch und am Donnerstag. Das wird das beste Rahmenprogramm was wir jemals hatten, da bin ich mir ziemlich sicher!
Das Festival ist generell eine einzigartige Möglichkeit so viele herausragende Weine von echt coolen jungen Winzern kennenzulernen. Das hat man kein zweites Mal in Deutschland und die Chance sollte man auf jeden Fall wahrnehmen. Zum einen für den Preis und vor allem, weil es einfach Spaß macht und man eine gute Zeit hat.

Das Festival in 3 Worten: Lecker, frisch und Freude!

 

Wir sind gespannt und freuen uns riesig auf 5 Tage voller Wein, alten und auch neuen Freunden. Der Ticketverkauf wird bald starten, wir werden euch auf dem Laufenden halten.  Solange gibts die Zusammenfassung vom Weine vor Freude Festival 2016 hier für euch, um die Vorfreude noch ein bisschen zu steigern.
Glück auf!