Einige von Euch haben sie bestimmt schon auf einem unserer vergangenen Wein-Events kosten dürfen: Seit ein paar Wochen sind unsere Glück auf Küwees Caroline und Ewald am Start. Unsere neue Weinlinie für den Ruhrgebietsmenschen, der auch in der Stammkneipe gern mal am Roten nippt und dem bei Currywurst-Pommes nach einem fruchtigen Weißwein verlangt. Unkompliziert komponierte Cuvées, die die Menschen im Pott für Wein begeistern und klarstellen, dass der vergorene Traubensaft einfach ein Getränk für alle und in lockerer Atmosphäre ist. Doch wie genau und warum kam es zu den zwei neuen Glück auf Küwees? Frei nach dem Motto „Dat Schönste am Wein ist ein weiterer Wein“, hat das Team von Weine vor Freude Oliver Daniel Sopalla, Stefan Gerth und Holger Manzke Rede und Antwort gestanden:

 

Ihr habt ja im letzten Jahr mit der Glück auf Küwee vier eigene Weine gemacht. Jetzt sind unter den Namen Caroline und Ewald zwei Weitere erschienen. Was genau steckt dahinter?
 

Stefan: Wir leben im Ruhrgebiet und der Pott ist unbestritten eine Biertrinkerregion. Auch wir lieben und trinken Bier, aber wir haben auch eine Menge Spaß an tollen Weinen! Darum machen wir ja auch Weine vor Freude, weil uns das Thema so begeistert. Da wir Spaß daran haben, Menschen in unserer Region für das Thema Wein zu begeistern, haben wir im letzten Jahr die Weinlinie „Glück auf Küwee“ gestartet. Das sind Weine, die zur Region und den Menschen hier passen: Unkompliziert, ehrlich und mit dem Herz am rechten Fleck. Jeden Wein –  also Rot, Rosé , Weiß und Secco haben wir jeweils mit einem Winzer zusammen gemacht; beziehungsweise gemeinsam mit ihm eine Cuvée komponiert. Seit 2013 führen wir verschiedene Wein-Events mit mittlerweile tausenden von Besuchern durch: Wir wissen, was den Leuten hier schmeckt. Im ersten Schritt haben wir Cuvées gemacht, die einen leichten Einstieg in die Weinwelt ermöglichen, lecker sind oder wie wir sagen: wenig Trinkwiderstand haben!

Im zweiten Schritt und mit der Erfahrung von rund 5000 verkauften Flaschen im ersten Jahr sahen wir uns gezwungen, weitere Weine zu kreieren. Das ist ja das Schöne am Ruhrgebiet: die Leute sagen dir offen und ehrlich, wie Ihnen dein Wein schmeckt. Entweder der Wein passt oder er passt nicht. Und somit kreierten wir zwei weitere etwas komplexere Weine. Ewald und Caroline sprechen sicherlich den erfahrenen Weintrinker noch etwas mehr an.

 

Wie kamt ihr auf die Namen für die Weine und was bedeuten sie?

 

Oliver: Es sollte einen Bezug zur Region Ruhrgebiet geben und auch gerne mit historischem Kontext. Und es sollte einfach nicht steif wirken. Wir haben zunächst mit dem Namen der Heiligen Barbara experimentiert, die ja die Schutzpatronin der Bergleute ist; sind hier aber nicht so richtig glücklich mit geworden. Und auf diesem Wege sind wir dann über Bergleute auf Schachtanlagen gekommen. Caroline und Ewald sind Schachtanlagen. Die Zeche Ewald liegt in Herten im Kreis Recklinghausen. Hier ging die Steinkohleförderung von 1877 bis zur letzten Schicht im März 2000.  In Bochum-Kornharpen befindet sich das ehemalige Steinkohlebergwerk Caroline. Von 1872 bis 1929 wurden hier Fettkohlen abgebaut.

Caroline und Ewald klingen schön – so als ob sie ein Paar wären.

 

Mit wem habt ihr die Wein gemacht?

 

Holger: Unsere Caroline haben wir mit dem Weingut Lorenz & Söhne zusammengestellt. Das Weingut liegt an der Nahe und ist ein Familienunternehmen. Das Herzblut, das die Lorenz‘ in die Produktion ihrer authentischen und charakterstarken Weine steckt, wollten wir unbedingt für den neuen Weißwein.

Wir wussten schon grob, was wir wollten: auf jeden Fall einen Riesling! Wir haben das dann mit Ulrich Lorenz diskutiert und verschiedene Kombinationen ausprobiert: so z.B. auch Riesling und Rivaner, bzw. Müller-Thurgau. Wir sind dann aber bei der Kombination Riesling und Sauvignon Blanc hängen geblieben und haben dann mit dem Mischungsverhältnis gespielt. Ulrich Lorenz hat die finale Probe gemacht und uns zur Verfügung gestellt. Es wurde dann im Team entschieden: das ist unsere Caroline!

Oliver: Bei einem neuen Rotwein wollten wir eine andere Aromatik, sprich, dass er ein wenig mehr Volumen hat, ein bisschen mehr Frucht und nicht zu stark nach Barrique schmeckt. Außerdem hatten wir die Reiselust des Ruhrgebietlers im Kopf: ganz traditionell in den großen Ferien schön mit Campingbus oder -anhänger ab in den Süden, zu mehr Sonne und Unbeschwertheit und die wohlverdiente Freizeit genießen. Und irgendwie sollte der rote Tropfen am Gaumen eine Art Fernweh, die Sehnsucht nach langem Ausflug in wärmere Gegenden auslösen. Als wir das diskutiert haben, kamen wir irgendwann zu dem Entschluss französische Weine zu probieren. Da ich eh im Frühjahr nach Frankreich wollte, habe ich dann die schwere Aufgabe übernommen mich dort unten durchzuprobieren. Über Kontakte kamen wir schon im Vorfeld auf Laurent vom Weingut Plantevin in der Nähe von Gigondas in der Provence. Das Weingut sitzt im Côtes du Rhône und besteht bereits seit über 150 Jahren. Alle Trauben werden von Hand geerntet, entrappt, zerkleinert und es werden keine zusätzlichen Hefen verwendet. Ich hab dann mit Laurent experimentiert und die Muster nach Deutschland geschickt. Und et voilà: von allen Proben war es dann eine einstimmige Entscheidung für Ewald. Ich finde, der Wein ist echt prima geworden und schmeckt so richtig nach Savoir-vivre!

 

Was steckt in den Weinen Caroline und Ewald? Woraus ist die Cuvée gemacht?

 

Holger: Die Caroline besteht zu 95% aus Riesling und zu 5% aus Sauvignon Blanc. Riesling ist  eine weiße Rebssorte, die zu den Hochwertigsten zählt. Die besten Rieslinge werden in kühlen Weinbaugebieten angebaut, unsere Wahl ist da dann eben auf Rheinhessen gefallen. Die feine Säure und die Spur von exotischer Frucht, machen den Riesling zusammen mit einem grünen Apfel- & frisch geschnittenen Grasaroma zu einem echt tollen Weißwein. Zusätzlich noch ein wenig Sauvignon Blanc, mit seinem fruchtig-frischen Duft und Geschmack nach Stachelbeeren, machen die Kombination perfekt und unsere Caro zu einer wahren Schönheit!

Unser Ewald ist eine blutrote Cuvée aus 60% Grenach, 20% Syrah, 10 % Carignan, 10 % Cinsault. Die Mischung macht ihn ein bisschen alkoholreicher, aber dennoch sehr weich. Er ist ein sehr ausdrucksvoller Wein geworden, schmeckt nach Beeren, Cassis und Erdbeere.

Sehr gut zu einer schönen Käseplatte, aber auch zu Wild oder Rindfleisch oder einfach mal so.

 

Was darf man in der Zukunft erwarten?

 

Stefan: Schaun wir mal. Erstmal erfreuen wir uns an unseren sechs Weinen und feiern besonders jetzt Caro und Ewald. Wir haben ja ziemlich regelmäßig kleinere und größere Veranstaltungen, auf denen wir Weine von befreundeten Winzern, aber eben auch unsere Glück auf Küwees präsentieren.

Einmal ist es eine total entspannte Weinprobe in gemütlicher Atmosphäre, unser Wine Thursday,  mit Infos der Winzer über Weinbau und natürlich Weindetails. Ein anderes Mal treffen wir uns einfach After-Work-mäßig, z.B. an einem (kleinen) Freitag, der Weinprobierstube, zum lässigen Weinvergnügen mit Freunden. Und dann haben wir ja unser urbanes Weinfestival Weine vor Freude, das vom 23.-27. Mai 2018 stattfindet.

 

Was ist denn euer Lieblingswein und was esst ihr dazu am liebsten?

 

Stefan: Mein Lieblingswein ist die Glück auf Küwee weiß. Das kann natürlich an dem schönen Abend mit Olli und Jürgen Graf liegen. Wir haben stundenlang verschiedene Mischungsverhältnisse in unserem Konferenzraum ausprobiert. Am nächsten Tag waren wir dann unterschiedlicher Meinung darüber, auf welchen Wein wir uns überhaupt geeinigt hatten 😊 Glücklicherweise haben die Beiden mich überstimmt und lagen damit auch richtig. Vielleicht hing mein Gedächtnisverlust auch damit zusammen, dass wir im Anschluss an die Probe noch mit einem schönen Fiege Pils im Bermuda-Dreieck landeten. Denn Eines gilt auch für uns und wir sagen es unseren Winzern auch immer wieder: „Das Schönste am Wein ist dat Pilsken danach!“

Holger: Caroline ist mein Lieblingswein. Über den Sommer hatte ich mit dem Wein viel Freude beim Grillen. Ich finde das passt super zusammen.

Oliver: Momentan – was auch am Herbst liegen mag – stehe ich auf den Rotwein und Ewald. Und dazu gerne eine Wildschwein-Ragout mit Pasta und Parmesan drüber.

Vielen Dank für das Interview!

 

Nach soviel Weingeschichte dürstet es doch sofort nach Caroline und Ewald. Auf zur nächsten Weine vor Freude-Veranstaltung und losgeweint!

 

Glück auf!