Sekt von Andres und Mugler
Januar 28, 2014 Allgemein Keine Kommentare

Stellen wir uns mal eine klassische Situation vor: Der Mann möchte Kavalier spielen und führt sein Liebste in ein etwas gehobenes Restaurant aus. Man sitzt also gemeinsam am Tisch, der Kellner kommt und fragt ob die beiden einen Aperitif mögen, vielleicht einen Champagner oder einen Sekt. Gute Frage, aber wie ist denn die Antwort? Denn der Kavalier versucht in windeseile sein Wissen abzurufen und sich den Unterschied vor Augen zu führen. Ist es vielleicht der verschiedenhohe Kohlensäure– oder Alkoholgehalt, einfach nur der Preis oder ist etwa doch der Geschmack unterschiedlich?

Nein, tatsächlich ist der einzige Unterschied zwischen den Schaumweinen Sekt (lat.seccus=trocken) und Champagner der Herkunftsort. Da der Name des Champagners markenrechtlich geschützt ist, kann der Champagner nur aus dem französischen Weinbaugebiet namens Champagne kommen, was am 22. Juli 1927 festgelegt wurde. Champagner wird nach den strengsten Regeln in der Schaumweinherstellung angebaut und gekeltert. Weil er von Hand hergestellt wird, gilt er als das edelste und feierlichste Getränk der Welt. Das Gebiet der Champagne, welches in die fünf Départements Marne, Aube, Aisne, Haute-Marne und Seine-et-Marne eingeteilt ist, umfasst ca. 33.500 Hektar Fläche sowie die Weinberge der Regionen Picardie und Île-de-France.

Hauptsächlich werden drei Rebsorten für die Herstellung von Champagner verwendet: Die weiße Rebsorte Chardonnay sowie die roten Pinot Meunier (Müllerrebe oder Schwarzriesling) und Pinot Noir (Spätburgunder), welche sofort gepresst werden, um möglichst viele Farbstoffe zu verlieren. Da in späteren Traubenpressungen bittere Gerbstoffe erzeugt werden, gilt der nach der ersten Pressung entstandene Most als besonders hochwertig und wird daher nur für die besten und teuersten Champagner verwendet. Er wird mit Hefe versetzt und in Holzfässer gefüllt, in denen er monatelang gärt, der Fruchtzucker wird in Alkohol umgewandelt und fertig ist unser Champagner.

Wie auch beim Wein gibt es beim Champagner verschiedene Arten von Cuvées. Weine unterschiedlicher Rebsorten, Lagen und Jahrgänge werden verschnitten und als ,,Assemblage‘‘ bezeichnet (franz. assembler= zusammenfügen). Durch die Cuvées ist garantiert, dass der Wein seinen Geschmack und seine Qualität beibehält. Sie werden schließlich mit einem Schuss ,,Liqueur de tirage“, der aus Wein, Zucker und Hefe besteht, in Flaschen gefüllt und mit einem Kronkorken verschlossen. Während der 15 monatigen Gärung wandelt die Hefe den Fruchtzucker in Alkohol um, wodurch Kohlensäure entsteht. Durch die Flaschengärung entstehen allerdings Trübstoffe, welche durch ein Rüttelpult entfernt werden. Von der waagerechten Position werden die Flaschen in eine senkrechte gedreht. Wenn das geschehen ist, wird der Flaschenhals in ein Eisbad gehalten, wodurch der Hefepropf gefriert. Wenn die Flasche dann geöffnet wird, wird der Hefepropf herausgeschleudert. Bei diesem Vorgang, der sich Degorgieren nennt, wird nicht nur der Hefepropf, sondern auch etwas Champagner herausgeschleudert, welcher durch eine sogenannte Dosage, die aus einer Geheimmischung besteht, ersetzt. Der Zuckergehalt der Dosage entscheidet über die verschiedenen Geschmacksrichtung, die. von Demi Sec (eher süß) über Sec (halbtrocken) bis zu Brut (trocken) und Ultra Brut (sehr trocken) reicht. Die Flasche wird erneut verschlossen und voilá die Champagner-Cuvée ist fertig!

LR