Tisch mit Weinflasche, -glas und Kerzen
Dezember 19, 2013 Allgemein Keine Kommentare

Sobald der 1. Advent ausgerufen wurde scheint in den heimischen Küchen unserer Mütter ein Schalter umgelegt worden zu sein. Klar, auch das restliche Jahr über gibt es lecker Sonntagsbraten und das dazugehörige leckere Drumherum, aber in der Weihnachtszeit fühlt sich das doch alles ganz anders an. So kommt hier doch gerne mal Wild, Lamm oder die knusprige Gans auf den Tisch. Das Thema Fisch assoziiert man eigentlich (wenn überhaupt) auch nur dann mit Weihnachten, wenn es sich an Heiligabend um einen Karpfen handelt. Aber ansonsten steht die Weihnachtszeit doch ganz in der Tradition der Fleischesser und bei den schweren Gerichten passt eigentlich dann auch immer ein Rotwein. Auch wenn man heute gerne hört „tut was euch gefällt“ oder „erlaubt ist, was schmeckt“, so gibt es doch das eine oder andere was man bei der Weinwahl zum Essen bedenken sollte.

Wählt man ein Fischgericht und würde einen schönen Rotwein dazu trinken, etwa einen Quinta de Lemos de Dona Santan von 2008, einen kräftigen Gesellen aus dem Dao in Portugal, so würde man dem Fisch sehr unrecht tun. Denn (abgesehen vielleicht von einem Matjes) hat ein Fisch doch einen sehr zarten Geschmack (stellen wir uns eine Forelle oder eine Dorade vor). Hier würde der Rotwein doch glatt über den leichten und zarten Geschmack drüberbügeln und es wäre doch sehr schade um so einen schönen Fisch.
Jetzt sind wir aber mitten in der Weihnachtszeit und es ist weit und breit kein Fisch zu sehen. Einzige Ausnahme: Der schon oben erwähnte Karpfen. Hier würden wir auf jeden Fall einen Weißwein empfehlen, etwa einen Misty Cove Sauvignon Blanc von 2013, der mit seiner zitronigen Note zum Fisch passt wie die Faust aufs Auge.

Ein leckeres Wildgericht ist von Natur aus vom Geschmack her schon sehr kräftig. Hier kann jeder Weißwein als Begleiter einpacken, denn er würde als Ergänzung zu dem leckeren Mahl in keinster Weise ebenbürtig sein können. Da kann man dann auch bei einem Wasser oder einer Apfelschorle bleiben. Nein, bei Wild braucht man in Sachen Wein einen Gegenspieler, der mithalten kann. Hier bieten sich Rotweine mit Wucht an, gerne solche die im Barrique ausgebaut wurden und eine rauchige und holzige Note mit sich bringen. So kann man z.B. zum Domaine Bosc Long Reserve von 2010 langen. Dieser Rotwein ergänzt Wildgerichte ganz wunderbar. Er ist ein schöner Mix aus den Rebsorten Braucol, Cabernet Sauvignon und Merlot und bringt ein Waldbeerenaroma mit, welche mit einer leichten Holznote gepaart ist. Und mit diesen Aromen passt er ganz wunderbar zu Reh oder Wildschein und zu dunklen Saucen und Rotkohl.

Ähnlich verhält es sich mit Lamm, Ente oder Gans. Auch hier würden wir immer zum Rotwein greifen, allerdings in Sachen Wucht eine kleine Stufe runter gehen, etwa zu der Cuvée vom Weingut Wambsganss aus 2007, welche nach eingemachten roten Beeren und Zwetschgen schmeckt sowie ein leichte Wacholder-Note mitbringt. Eine lecker Gänsebrust und ein Glas von dieser Cuvée und zack, da fällt Weihnachten und Ostern auf einen Tag!

Zum Schluss noch einen Blick zu den Vegetariern. Normalerweise würden wir zu dem größten Teil der vegetarischen Gerichte einen Weißwein trinken, einfach weil fast alle dieser Speisen nicht so eine Wucht haben wir Fleischgericht. So harmonieren etwa Hülsenfrüchte oder Salate wunderbar mit einem Chardonnay, etwa einen von Huff-Doll. Bei scharfen vegetarischen Speisen, z.B. einem Curry, kann man den Wein auch ganz weglassen, denn dieser geht dann im Geschmack einfach unter. Aber wenn wir mal einen Tipp für einen Rotwein aussprechen dürfen, der zu vielen vegetarische Speisen passt, so empfehlen wir den Trollinger „alte Rebe“ von Holzapfel von 2010. Dieser Rotwein holt nicht sofort den Hammer heraus. Mit seinen 11% Umdrehungen kommt er leichtfüßig daher, hat dabei eine nussige bis leicht holzige Note und schmeckt prima zu Bulgur, Couscous und Co., gerne aber auch zu einem vegetarischen Tapas-Abend mit Oliven, Ziegenkäse und Brot (das aber dann erst nach Weihnachten).

In diesem Sinne wünschen wir ein frohes Fest!