Während im Sommer hauptsächlich leichte Salate und Gegrilltes auf den Tisch kamen, wird in der weniger sonnigen Jahreszeit schon mal öfter ein Blick ins Kochbuch geworfen, auf der Suche nach etwas lecker-deftigem. Wenn es draußen dunkel und kalt ist, schmeckt es doch einfach doppelt so gut bei gemütlichem Zusammensein im Warmen. Von klassischen Gerichten, wie Rinderroulade oder Risotto, bis hin zu ausgefallenen Kreationen ist alles erlaubt, was schmeckt. Und an den Herd dürfen sich nicht nur die Sterneköche trauen, denn zum Glück gibt es eine Geheimwaffe, die Rezepte aufpeppen, missglückte Versuche retten und den Gourmet glücklich machen kann.

Raus aus der Flasche, rein in den Topf: 4 Regeln

„Man gebe 300ml Wein bei stetigem Rühren in den Topf und gieße 200ml Wein in den Koch.“…so, oder so ähnlich hört sich das bei unserem idealen Kochen mit Wein an. Denn die erste Regel lautet: Der Wein muss schmecken. Nehmt Wein zum kochen, den ihr auch trinken würdet! Natürlich muss es kein 50€-Riesling sein, denn während des Kochvorgangs geht, je nach Gericht, neben dem Alkohol auch immer etwas des vielschichtigen Geschmacks flöten. Doch die Grundnote bleibt und wenn diese nicht schmeckt, hat der Wein auch nichts im Topf verloren. Je wichtiger die Rolle des Weines im Rezept (zB. bei einer Weißweinsauce), desto besser sollte der Wein sein, da man ihn mehr schmecken wird.
Es gibt unzählige Möglichkeiten Wein in einem Rezept zu verwenden. Meist wird er aber zum Ablöschen, Aufgießen oder Einkochen genutzt. Hierbei kommt die zweite Regel ins Spiel: Wein muss reduziert werden. Wird Wein reduziert, verdampft das Meiste des Alkoholanteils und sein Aroma bleibt konzentriert zurück. Rotwein sollte um die Hälfte reduziert werden und Weißwein sogar etwas mehr, um die Fruchtnote zu intensivieren. Wird der Wein nicht stark genug reduziert, ist er geschmacklich im Gericht am Ende schwächer. Bei kurzgarenden Gerichten sollte man daher einen etwas besseren Wein verwenden, der trotz der kurzen Reduzierzeit hervortritt.
Die dritte Regel lautet: Der richtige Wein zum richtigen Gericht. Dabei gilt zum Kochen Ähnliches, wie für den Wein, der zum Essen im Glas landet. Rotwein hat meist einen intensiven Geschmack und kann gut zum Kochen von Gerichten mit Wild, Braten und dunklen Saucen verwendet werden. Weißwein ist leichter und passt zum Beispiel zu Fisch, Sahnigem, Geflügel oder Desserts. Natürlich muss dabei auf die Süße geachtet werden, deshalb gilt in jedem Fall: Einen Schluck für den Koch!
Regel vier: Wein ist sehr geschmacksintensiv. Daher sollte er nicht zu Speisen kombiniert werden, deren Eigengeschmack im Vordergrund stehen soll. Dazu gehören zum Beispiel Geräuchertes oder delikates Gemüse wie Spargel oder Artischocken. Auch bei sehr Salzigem oder Säurehaltigem sollte man auf Wein verzichten.
Noch ein Tipp: Solltet ihr einmal eine schöne Flasche Wein öffnen und feststellen, dass sie korkt, ärgert euch nicht. Korkenden Wein kann man immer noch zum Kochen verwenden, denn hier verfliegt die Korkkomponente.

Ran an den Kochlöffel

Zum Schluss haben wir noch einen richtig leckeren und einfachen Rezepttipp für euch, mit dem ihr euer gerade Gelerntes ausprobieren könnt.
Camembert-Riesling-Süppchen

Du brauchst (für 4 Personen):
1 Würfel Gemüsebrühe                                                                                                                                                                        40g Butter                                                                                                                                                                                               25g Mehl                                                                                                                                                                                                 300ml Weißwein (Riesling)                                                                                                                                                                  250g Camembert                                                                                                                                                                                     2 Knoblauchzehen                                                                                                                                                                              100ml Sahne                                                                                                                                                                                             Salz, Pfeffer, Muskat, Schnittlauch, Croutons

Das musst du tun:
1. Gemüsebrühe mit 600ml kochendem Wasser anrühren.
2. Butter schmelzen.
3. Mehl hinzufügen und anschwitzen.
4. Mit Brühe und Wein ablöschen.
5. Knoblauch schälen und pressen, Camembert würfeln.
6. Beides zur Suppe geben und Camembert schmelzen lassen.
7. Suppe gut durchpürieren um die Rinde zu binden und die Suppe aufzulockern.
8. Etwas köcheln lassen und mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.
9. Sahne steif schlagen und vor dem Servieren unterheben.
10. Mit Schnittlauch und Croutons anrichten und schmecken lassen.

Ihr dürft uns natürlich gern zum Probieren einladen, oder ihr macht ein Foto von eurem leckeren Süppchen und schickt es uns über #weinevorfreude bei Facebook.